Softwarelösungen im Bereich der alternativen Assets

Ich möchte bei der Analyse der Software für den Bereich alternative Assets bei den Anbietern starten. Wenn Ihr eine solche Software sucht ist es sicherlich sehr wichtig genau abzugrenzen, was Ihr tatsächlich mit der Lösung anfangen wollt. Ich werde hierzu noch einen eigenständigen Artikel verfassen.

Aus unzähligen Anfragen von Anbietern der Alternative-Assets-Industrie sind mir folgende von den Kunden ins Spiel gebrachte alternative Lösungen bekannt:

  1. Software-Suiten;
  2. Controlling-/Planungssoftware;
  3. Buchhaltungssoftware
  4. CRM-Software und
  5. Microsoft Office & Individualtools.
Softwarelösungen im Bereich Alternative assets
Softwarelösungen im Bereich Alternative Assets

Von der Ausrichtung her können alle Lösungen parallel zueinander eingesetzt werden, wobei dann ggf. entschieden werden muss, welche Komponente aus welchem Produkt genutzt werden soll. Die Schnittstellenproblematik wird in diesem Fall zur größten Herausforderung.

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Die Software-Suiten sind vergleichbar mit einem All-in-One-Drucker. Hier sind auch oftmals einzelne Komponenten enthalten, welche gegenüber Einzelgeräten von der Qualität und dem Funktionsumfang deutlich abfallen. Im Kern bieten diese Suiten verschiedenste Module an, die fast immer die Bereiche CRM-/ Adressmanagement, Dokumentenmanagement, Dealflow-Management, Fundraising, Investor Management, Fondsmanagement, Portfoliomanagement und Reporting abdecken. Einzelne Module können abgewählt und andere hinzugenommen werden. Hier ist z.B. an spezielle Module für die Buchhaltung, Kommunikation für das Investor-Relationship-Management, Services für den Monitoringprozess und in jüngster Zeit immer mehr für das Risikomanagement zu denken.

Eine Controlling-/Planungssoftware deckt wiederum einen Teilbereich ab, welcher mehr oder weniger gut in den Suiten enthalten ist. Diese Einzellösungen sind stark auf den Kernbereich fokussiert. Spitzenprodukte bieten daher alle erdenklichen Features und versuchen darüberhinaus mit speziellen Erweiterungen etwas vom Kuchen der Anbieter von Software-Suiten abzuzwacken.

Bei den Buchhaltungssoftware verhält sich dies etwas anders. Zunächst mal ist zu sagen, dass es Buchhaltungssoftware wie ‚Sand am Meer‘ gibt.  Inwiefern solche Lösungen in der Fondsverwaltung zum Einsatz kommen hängt zum Einen davon ab, ob das Fondsmanagement die Buchhaltung losgelöst von der Fondsverwaltung betreibt und zum anderen auf welchem Kern z.B. eine eingesetzte Software-Suite aufsetzt.

Es gibt hier zwei Ansätze. Der erste Ansatz, ich nenne ihn mal klassischen Ansatz, basiert auf einem Buchhaltungssystem, welches nach und nach zur Software-Suite im Bereich der alternativen Assets ausgebaut wurde. Der moderne Ansatz, ist die Verwendung eines Transaktions – Cash – getriebenen Systems, welches wesentlich flexibler ist und über eine intelligente Schnittstelle mit der Buchhaltung verknüpft werden kann. Für viele Fonds stellt das einen großen Mehrwert dar, andere wiederum fürchten eine stärkere Aufweichung zwischen Front- und Backoffice.

Die vorletzte von mir identifizierte Gruppe sind die CRM-Lösungen. Wobei der Begriff CRM vielfach fehlinterpretiert wird. Die meisten Anwender, die von einer CRM-Lösung sprechen, meinen eigentlich ein modernes Adressverwaltungs- und Kommunikationssystem. Hier haben wir eine ähnliche Situation wie bei den Controlling-Lösungen. Die Anbieter haben sich nach und nach auf bestimmte Branchen fokussiert oder sind in der Lage durch Konfiguration und Erweiterungsprogrammierung ihre Lösung in der Nähe der Suiten zu positionieren.

Bei der letzten Gruppe handelt es sich um den Klassiker der Bürokommunikation, Microsoft Office bzw. Individual Software. Ich möchte hier nicht falsch verstanden werden, aber der alleinige Einsatz einer Bürokommunikationssoftware im Rahmen eines professionellen Fonds-und Beteiligungsmanagements ist für mich ein rotes Tuch. Ich spreche hier insbesondere von MS Excel. Im Einsatz mit anderen professionellen Produkten oder für spezielle Auswertungszwecke halte ich das Produkt für absolut geeignet, allerdings wenn man hiermit mit einem high sophisticated Excel File, programmiert von einem Studenten, Mitarbeiter oder Ex-Mitarbeiter eine Fondsverwaltung von einem oder mehreren Fonds mit einem Volumen von mehreren 100 Mio. EUR durchführt, halte ich dies persönlich für fahrlässig. Wie oft habe ich es schon erlebt, dass bei der Datenmigration auf einmal auffällt, dass man über Monate oder Jahre hinweg fehlerhafte Informationen veröffentlicht hatte, weil niemand gemerkt hatte, dass ein Mitarbeiter aus Unachtsamkeit oder Unwissen wichtige Bestandteile des Formelwerks gelöscht oder geändert hatte. Manchmal arbeitete der Verfasser des Werks gar nicht mehr im Unternehmen und die aktuellen Mitarbeiter konnten Excel zwar bedienen, wussten allerdings nicht, was sich wirklich dahinter verbirgt.

Soweit erst mal mit der Gruppierung der Softwareangebote für das Fondsmanagement.

Man könnte natürlich auch andere Gruppierung, bzw. eine Kombination aus diesen, vornehmen. Ich denke dies wäre dann Teil der Evaluierung, die generell einem Kauf der Software voraus gehen sollte. Bei der Bildung neuer Gruppen oder Untergruppen könnte man beispielsweise die Sprache, die Größe oder das Alter des Softwareanbieters, die Anzahl von Installationen und dergleichen heranziehen.

Im nächsten Beitrag möchte ich gerne näher auf die Software Suiten und ihre Anbieter eingehen. Eines vorweg, im internationalen Vergleich sieht es für Deutschland hier nicht so gut aus.

Zu diesem Beitrag gibt es derzeit die hier aufgelisteten Folgebeiträge:

  1. Software Suiten für das Fonds- und Beteiligungsmanagement und ihre Anbieter 

  2. Conrolling- und Planungstools in Deutschland
  3. Buchhaltungssoftware
  4. CRM-Tools
  5. Microsoft-Office & Individualtools

 

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